Nichts geschieht ohne Grund

Prolog

Allāh (ﷻ) sagt, dass diese [die Gläubigen] auf Erden nicht erhöht werden und aufsteigen wollen; dass sie keine Verderbnis und Konflikte (fitna) auf Erden wollen; dass sie demütige Menschen sind.

Der Gläubige will in dieser Welt nicht höher steigen. Um das Jenseits zu gewinnen, will er in dieser Welt demütig sein. Wenn dem so ist, vermeidet er Zwietracht (fitna) und Verderbnis.

Unordnung und Verderbnis treten auf, wenn jemand sagt: „Ich bin besser als du, also muss ich höher sein als du.“ Sie haben Ehrgeiz und aufgrund dieses Ehrgeizes gibt es dann Unordnung, Zwietracht und Verderbnis. Wenn dies [der Ehrgeiz] nicht vorhanden ist, wird all das verschwinden.

Ehrgeiz, oder besser Gier, ist ein sehr schlechter Charakter. Gier und Neid, diese Eigenschaften, passen nicht zu einem Muslim. Jeder hat eine Pflicht, er sollte sich um diese Pflichten kümmern und zufrieden sein; mit ihnen zufrieden sein. Sie müssen ihre Arbeit gut machen.

Menschen aus alten Zeiten waren von dieser Art und Erziehung. Aber danach hat sich die Welt in den letzten 100 Jahren auf den Kopf gestellt. Sie sagen euch: „Seid gierig, habt Ehrgeiz, denkt nur an euch selbst, nicht an andere, und unterdrückt andere Menschen.“ Das ist es, was sie heute lehren.

Neulich habe ich mir den Kalender angeschaut. In dem steht über diese Woche: „Die Woche des Ahi Evren“, die Woche der Yarenler [Yaren türkisch: Freund, liebevoller Wegbegleiter]. Sie haben alles gut gemacht und wollten, dass es schön gemacht wird. Das Kind würde eine Ausbildung machen und als Lehrling beginnen und seine Arbeit gut machen wollen. Solange der Meister sagte, er sei nicht bereit, würde er kein Geschäft aufmachen. Sie sagten, wie viele Geschäfte es geben und wie viel Arbeit getan werden sollte. Wenn eine Person genug verkauft hatte, schickte er den Rest der Kunden zum nächsten Geschäft.

Sie sagten: „Ich habe heute genug Geschäft gemacht, gehe zum nächsten, damit der auch etwas für seine Ernährung verdienen kann.“

So war es in der Vergangenheit – wie es im Islam gelehrt wird, so ist Sufismus (taṣawwuf). Diese Leute waren schöne Menschen.

Jetzt greifen die Leute einander einfach an. Sie wissen nicht, was sie tun sollen, vor lauter Gier. So wie unser Heiliger Prophet (ﷺ) sagte: „Wenn jemand ein Tal voller Gold hätte, würde er ein anderes wollen.“

Ausbildung kommt mit dem Islam und dem spirituellen Weg (ṭarīqa). Ṭarīqa und der Islam sind sowieso das gleiche. Die keinem spirituellen Weg (ṭarīqa) folgen, folgen und halten sich an ihr eigenes Ego. Ṭarīqa soll das Ego trainieren.

Deshalb ist der Zustand der Welt heute so. Die Leute fragen sich: „Was ist das alles, was uns passiert?“ Nichts geschieht ohne Grund.

Wir leben in Endzeiten. Weder Muslime noch diejenigen, die behaupten, Muslime zu sein, noch irgendwelche anderen, tun etwas Gutes. Jeder kümmert sich um seine eigenen Vorteile und kümmert sich nicht um die Vorteile anderer. Das ist Dummheit extreme Dummheit. Wenn es anderen am Ende nicht gut geht, werdet ihr auch leiden; es wird euch schaden. Wenn es allen gut geht, wird alles besser und schöner. Ja, das ist gesagt worden und die Leute lachen vielleicht über „Alles wird schön sein.“.

Das [Ausbildung] darf nicht nur mit einem Menschen passieren, sondern mit jedem. Jeder muss erzogen und ausgebildet werden und gute Manieren haben.

Möge Allāh (ﷻ) uns helfen. Wir sind jetzt, in den Endzeiten. Jetzt reden wir, aber solange der Ṣāḥib (Meister) nicht kommt, wird es weder Schönheit noch Manieren geben. Möge Allah uns unseren Ṣāḥib senden.

Wa-min Allāhi t-tawfīq, al-Fātiḥah

Nothing happens for no reason [ENGLISH VERSION]

Vortrag von Shaykh Muḥammad ᶜᾹdil ar-Rabbānī am 17. Oktober 2020 / 30. Safar 1442.

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